Implantate

Derma! Anchor! Skin Diner

Definition
.. sich auch keine fundierten Aussagen im Bezug auf Verheilung und Haltbarkeit machen. Ziel ist es, ein „Single-Point“ -Piercing zu setzen. Also ein Piercing an einer Stelle der Haut ohne den typischen Stichkanal mit Ein- und Austritts Stelle.

Benutzt wird die Variante mit der gelochten Trägerplatte, durch diese sich der Schmuck mit dem Körper verbindet. Es kapselt sich ein und Hautstrukturen bilden sich durch die Löcher hindurch. Dadurch ist das unkomplizierte Entfernen, wie bei einem Piercing nicht gegeben. Das obere Ende der Schmucks ist mit einem Innengewinde versehen, in das verschiedenste auswechselbare Aufsätze aufgeschraubt werden können. Diese neue Implantationstechnik ermöglicht es, an nahezu allen Stellen des Körpers ein Schmuckstück anzubringen. Beliebt hierbei sind ausgefallene Muster und Kombinationen oder einfach nur ein sogenannter „Single-Point“. Oft sieht man auch die Kombination von Tattoo und Piercing, so dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind.

Aufklärung
Vor jedem Einsetzen gibt es natürlich ein ausführliches Beratungsgespräch über die Materialien, Risiken, Folgeerscheinungen, Wundheilung, Entfernung und vielem mehr. Um den Schmuck einzusetzen, wird an der gewünschten Stelle mit einem Biopsie-Punch in die tiefere Hautregion gestochen. In dieser gebildeten Öffnung, wird dann das Anchor eingesetzt. Anschließend wird der Schmuck mindestens 7 Tage mit einem Wundpflaster fixiert. Die Fixierung dient dazu das die Trägerplatte ohne äußere Einflüsse verwachsen kann, wie z. B “Hängenbleiben” (was in den ersten Tagen zum Herausreißen des Anchors führen kann) und schützt die Wunde vor kontaminierenden Bakterien.

Platzierung
Fast an allen Körperstellen einsetzbar, gibt dieser Piercingschmuck ganz neue Möglichkeiten, den Körper zu verschönern. Einzeln als Hingucker im Dekollete, am Hals, eingebaut in ein Tattoo oder als kleines Bildmotiv in Kombination mit mehreren Microdermals. Platzierung an Stellen die einer besonderen Belastung unterworfen sind, sollten vermieden werden. Dazu gehört der Bereich des Hosenbundes oder dort wo der BH- Träger sitzt. Genauso empfiehlt es sich nicht Microdermals am Bein zu platzieren, da dort zuviel Bewegung und Hautspannung vorherrscht.

Technik
Zuerst erfolgt eine Hautdesinfektion und das Anzeichnen. Die Haut im Eingriffsbereich sollte ein wenig massiert werden, um die verschiedenen Hautschichten voneinander zu lösen und so auf den Eingriff vorzubereiten.
Es kommen Punches in der Größe 1,5 und 2 mm zum Einsatz, womit ein Lochgroßes Stück durch die Epidermis bis zur Subcutis entfernt wird. Durch diese Öffnung wird die Trägerplatte in einer Hauttasche verankert und anschließend mit einem sterilen Pflaster versorgt.

Pflege
Sauberkeit und korrekte Pflege sind natürlich auch hier die Grundlage für eine optimale Wundheilung. Eine sanfte Desinfektion (z.B. mit Octenisept) und Reinigung muss einmal täglich erfolgen und danach wieder mit einem Pflaster zu schützen. Da auch ein Dermal Anchor während der Abheilung wie eine offene Wunde angesehen wird und somit anfällig für Bakterien, Pilze usw. ist, sollte die Stelle wenn, dann nur mit frisch gewaschenen Händen angefasst werden. Bei korrekter Einhaltung dieser Richtlinien dauert die Abheilung etwa vier bis acht Wochen.

WICHTIG: Es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko, da der Schmuck in einer Hauttasche liegt und somit einen permanenten Zugang bildet. Somit können sich dort Keime von der Oberfläche einlagern und zu Infektionen führen.
Daher immer rechtzeitig bei Fragen ins Studio zum Abklären kommen!!
Die Aufsätze sollten frühestens nach sechs Monaten gewechselt werden und auch so wenig wie möglich, da man dadurch das Risiko einer Reizung oder gar Entzündung erhöht.

Entfernung
Die Entfernung kann sich als relativ schwierig und schmerzhaft erweisen. Man muss vorher durch eine Massage die Haut von der Trägerplatte lösen. Danach wird die Trägerplatte mit einer Spezialzange fixiert und entfernt. Gelingt dies nicht, muss mit einem Skalpell gearbeitet werden und zuvor eine Anästhesie mit „Emla“ Salbe durchgeführt werden.

Gefahren und Risiken
Neben der normalen Gefahr der Infektion, wie bei jedem anderem Piercing auch, die meistens durch unsachgemäße Behandlung und Pflege ausgelöst wird, dem unsachgemäßen setzten (zu hoch oder zu tief) und der Abstoßungsreaktion des Körpers. Bestehen hier besondere Gefahren, da eben kein Stichkanal existiert, wo das Piercing an zwei Enden austritt, sondern es sich hierbei um eine Hauttasche handelt. Während bei einem Stichkanal Wundwasser oder eventuelle Verunreinigungen “relativ einfach” aus dem Stichkanal abfließen oder herausgespült werden können, geht das bei der Hauttasche eben nicht. Dies kann zu einer sich einkapselnden Infektion führen.

Auch ein abgeheilter Dermal Anchor ist hiervor nicht geschützt, da die Hauttasche nach außen hin offen ist und somit eine wunderbare Brutstätte für Keime darstellt, sollte es hier zu Verunreinigungen kommen. Daher ist nicht nur bei einem frisch gestochenen Dermal Anchor, sondern auch bei einem verheilten Dermal Anchor ein sorgfältiger Umgang und Hygiene extrem wichtig. Insbesondere Cremes, Sonnenmilch, Körperlotionen etc. etc. können zu einer Verstopfung der Hauttasche führen und somit auch bei einem angeheilten Dermal Anchor zu Entzündungen. Ihr könnt euch das ähnlich Vorstellen wie bei einer großen offenen Pore die durch Verstopfung mit Hauttalg und ähnlichem zu einem Pickel wird, der sich dann entzündet.

Ein weiteres Risiko stellt das Hängenbleiben dar, neben der extremen Hautreizung und der dadurch verlängerten Abheilungsdauer birgt es natürlich die Gefahr eines schief verheilenden Dermal Anchors. Gerade in den ersten zwei Wochen sitzt der Dermal Anchor noch “relativ locker” in der gestochenen Hauttasche, so dass ein Hängenbleiben zu einem verrutschen des Dermal Anchor führen kann. Wird der Dermal Anchor dann nicht wieder in seiner richtigen Position fixiert, kann es sein, dass er schräg oder schief verwächst, was nach der Heilung natürlich nicht mehr korrigierbar ist.

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